Ein Nachruf auf Andreas Meyndt
Mit großer Betroffenheit und tiefer Trauer nehmen wir Abschied von unserem ehemaligen Kollegen Andreas Meyndt, einem Menschen, der über viele Jahre das Leben an den ehemaligen Kaufmännischen Schulen Emmendingen (heute Carl-Helbing-Schule) auf besondere Weise geprägt hat.

Andreas Meyndt – Archivfoto
Andreas Meyndt war weit mehr als nur Sportlehrer – er war eine Institution. Über lange Zeit hinweg war er der einzige Sportlehrer an unserer Schule und hielt mit größter Verlässlichkeit unzählige Sportstunden ab. Die Sporthalle war für ihn weit mehr als ein Arbeitsplatz – sie war sein zweites Zuhause. Dort vermittelte er nicht nur Bewegung und Leistung, sondern auch Werte wie Fairness, Respekt und Gemeinschaft.
Bei seinen Schülern war er außerordentlich beliebt. Mit seiner offenen, humorvollen und kameradschaftlichen Art begegnete er ihnen stets auf Augenhöhe. Legendär bleiben die kleinen Ringkämpfe, auf die er sich, selber Sportringer, immer wieder mit den Jugendlichen einließ – meist mit demselben Ausgang: Andreas Meyndt blieb unbesiegt. Ob einzelne Schüler, talentierte Ringer oder sogar ganze Klassen nacheinander – seine Kraft, seine Technik und sein unerschütterlicher Kampfgeist beeindruckten Generationen von jungen Menschen. Noch wichtiger aber war der Respekt, den er all seinen Schülern entgegenbrachte und den er im Gegenzug von ihnen erhielt. Für viele war es etwas Besonderes, bei ihm Sportunterricht zu haben. Nicht ohne Grund war er der einzige Lehrer, dem die Schülerschaft zu seiner Pensionierung eine eigene Abschiedsfeier ausrichtete.
Auch nach seinem offiziellen Ruhestand blieb Andreas Meyndt unserer Schulgemeinschaft eng verbunden. Bis ins hohe Alter – etwa bis zu seinem 84. Lebensjahr – stand er noch als Torwart beim Lehrerkick auf dem Platz. Auch nach seiner aktiven sportlichen Zeit war er regelmäßig ein Teil der Gruppe: als Zuschauer, als treuer Begleiter und als geschätzter Gesprächspartner beim geselligen Beisammensein nach dem Sport. Jahr für Jahr kam er zum Sommerhock des Kollegiums am Ende des Schuljahrs und stand noch bis vor wenigen Jahren als Grillmeister am Rost – egal wie heiß der Sommer war.
Wer Andreas Meyndt kannte, wird ihn als geselligen, verständnisvollen und humorvollen Menschen in Erinnerung behalten. Er war wertschätzend, großzügig, hilfsbereit, tolerant und respektvoll. Mit seiner offenen und kommunikativen Art fiel es leicht, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Er war ein angenehmer Zeitgenosse, ein Fels in der Brandung und eine Kämpfernatur im besten Sinne.
Sein sportlicher Lebensweg war ebenso beeindruckend wie der berufliche. In seiner Jugend und als junger Erwachsener zählte er zu den fünf weltbesten Ringern seiner Gewichtsklasse, später rang er in der deutschen Bundesliga. Zweimal wöchentlich fuhr er nach getaner Arbeit bis nach Mainz zum Training – ein Zeichen seiner Disziplin und Leidenschaft. Besonders schmerzlich blieb ihm wohl die verwehrte Chance seines damaligen Heimatlands Rumänien auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen 1964 in Tokio in Erinnerung, bei denen ihm große Medaillenchancen zugerechnet wurden. Er durfte nicht zu den Wettkämpfen ausreisen. Doch auch diese Enttäuschung konnte seiner positiven Lebenseinstellung nichts anhaben.
In den letzten Jahren fand Andreas Meyndt neues Glück und unternahm mit seiner Lebenspartnerin viele Kulturreisen. Eigentlich wollten beide bald noch gemeinsam nach Prag reisen. Nun hat er eine andere Reise angetreten. Seinem Wunsch entsprechend findet er in München seine letzte Ruhe im Grab seiner Eltern.
Wir verlieren mit Andreas Meyndt einen außergewöhnlichen Menschen, einen geschätzten Kollegen und einen Freund. Sein Humor, seine Stärke, seine Herzlichkeit und seine Treue werden uns fehlen.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seiner Lebenspartnerin und allen, die ihm nahestanden.
Wir werden Andreas Meyndt ein ehrendes Andenken bewahren.





